Häufig gestellte Fragen  
     
  Unsere Ombudsstelle wird immer wieder mit ähnlichen Fragen konfrontiert. Hier sind einige repräsentative Beschwerden und die Haltung des Wirteverbands Basel-Stadt dazu.  
     
  Gibt es in Basel nicht zu viele Restaurants?  
  Wieso ist die Schweiz oft teurer?  
  Was kann man gegen ein schmutziges Lokal unternehmen?  
  Was halten Sie von Convenience Food?  
  Warum kostet ein Café fünf Franken?  
  Darf der Wirt für ein Glas Wasser etwas verlangen?  
     
     
   
  Gibt es in Basel nicht zu viele Restaurants?
 
     
 

In der Tat ist der Markt übersättigt und es bestehen riesige Überkapazitäten. Der Wirteverband kann und will aber nicht direkt in den Markt eingreifen. Die Gäste entscheiden letztlich über den Erfolg eines jeden einzelnen Betriebs.

Die gastgewerblichen Unternehmer sind stark gefordert. Trends und Entwicklungen laufen in immer kürzeren Zyklen ab. Erfolgreiche Wirte erfassen die Gästebedürfnisse besser, finden Nischen und beschreiten innovative neue Wege. Dennoch änden sich die wichtigsten Erfolgskriterien nie: "Altmodische" Werte wie Service- und Produktequalität, motivierte Mitarbeiter, Gastfreundschaft und Preiswürdigkeit sind matchentscheidend.

   
     
     
   
  Wieso ist die Schweiz oft teurer?
 
     
 

Die Schweiz ist nicht immer teurer. So sind beispielsweise Skiferien in einem französischen Mittelklassehotel oft kostspieliger als bei uns. Selbstverständlich fällt es uns schwer, mit dem benachbarten Ausland mitzuhalten. Wenn man aber wirklich Äpfel mit Äpfeln vergleicht, sind die Unterschiede gar nicht so gross. Jeder, der schon einmal in einem hoch bewerteten deutschen oder französischen Spitzenlokal gegessen hat, kann dies wohl bestätigen.

Differenzen haben verschiedene Ursachen. Landwirtschaftsprodukte sind im benachbarten Ausland oft 50% günstiger. Auch die Personalkosten liegen 50% unter dem schweizerischen Durchschnitt. Baukosten, Mieten und Betriebskosten sind ebenfalls deutlich tiefer. Der starke Franken trägt sein Übriges dazu bei. So gesehen ist es eigentlich erstaunlich, dass die Preisunterschiede so gering sind.

   
     
     
   
  Was kann man gegen ein schmutziges Lokal unternehmen?
 
     
 

Professionelle Gastwirte wissen genau, was sie zu tun haben, wenn die Hygiene in ihrem Betrieb nicht leiden soll - den Gästen, aber auch sich selbst zuliebe. Und der Gesetzgeber verpflichtet uns zur Selbstkontrolle. Der hygienische Aspekt hat auch unter den Gesichtspunkten Qualitätssicherung und Produktehaftpflicht besonderes Gewicht. Kurzfristig kann es natürlich in jedem Betrieb zu Verunreinigungen kommen. Es ist im Interesse der Wirte, wenn Sie auf solche hinweisen.

Wir vertreten eine klare Meinung: Schmutzfinken gehört das Handwerk gelegt! Besuchen Sie keine Betriebe, von denen Sie wissen, dass sie nicht sauber geführt sind. In besonders schlimmen Fällen ist es sogar ratsam, die Behörden (Kantonales Laboratorium, Lebensmittelkontrolle) einzuschalten.

   
     
     
   
  Was halten Sie von Convenience Food?
 
     
 

Industriell vorgefertigte, bearbeitete oder gar küchenfertige Produkte werden heute oft verwendet. Über den Erfolg von Convenience-Produkten entscheidet schlussendlich immer auch deren Qualität - und diese wurde in den letzten Jahren massiv besser.

Fertig- und Halbfertigprodukte werden von den meisten Konsumenten auch zuhause eingesetzt. Sie gelten allgemein als Teil der modernen Ernährung. Ihr Einsatz in einzelnen Bereichen des Gastgewerbes bringt dem Gast verschiedene Vorteile, indem er sich schneller, abwechslungsreicher und oft kostengünstiger verpflegen kann.

Wenn "hausgemacht" auf der Karte steht, haben Sie natürlich Anrecht auf ein Gericht aus Frischprodukten. Wir finden es gut, wenn Köche saisonale, regionale und frische Zutaten verwenden. Als Gast müssen Sie sich aber bewusst sein, dass eine solche Küche tendenziell teurer ist.

   
     
     
   
  Warum kostet ein Café fünf Franken?
 
     
 

Viele Leute haben zu wenig Kenntnis von der Kostenstruktur im Gastgewerbe. Warenkosten sind nicht die entscheidende Kostenkomponente, sondern der Personalaufwand, welcher durchschnittlich fast 50% des Umsatzes beträgt. Sie bezahlen also nicht in erster Linie den Kaffee, sondern eine Dienstleistung.

Konkret heisst dies zum Beispiel die Bestellungsaufnahme beim Gast, die Bereitstellung am Buffet, der eigentliche Service, das Einkassieren, das Abräumen, die Rücknahme ans Buffet, das Abwaschen, Reinigen und das Zurückstellen der sauberen Gegenstände. In der Industrie würde man hier wohl eine Prozesskostenrechnung anstellen, welche belegt, dass der Arbeitsaufwand pro Kaffee fünf Minuten Kaffee beträgt (inklusive Wartezeiten auf Gäste). Bei einem Stundenaufwand von 50 Franken fallen also rund vier Franken Personalkosten an. Alle übrigen Kosten (Warenaufwand, Miete, Unterhalt, Betriebskosten, Abschreibungen, Mehrwertsteuer usw.) sind hier noch nicht enthalten.

   
     
     
   
  Darf der Wirt für ein Glas Wasser etwas verlangen?
 
     
 

Viele Konsumenten erwarten offenbar, dass ein Glas Leitungswasser kostenlos abgegeben wird. Es besteht jedoch kein rechtlicher Anspruch auf Gratiswasser. Der Restaurateur kann dafür also einen Preis festsetzen. Marketinggründe sprechen eher dagegen, wollen wir doch zufriedene Kunden, die wiederkehren.

Auf der anderen Seite gibt es den betriebswirtschaftlichen Zwang, für unsere Leistungen auch Geld zu verlangen. Schliesslich müssen wir unsere Mitarbeiter, Lieferanten und Vermieter bezahlen. Für die Preisbildung im Gastgewerbe sind die Dienstleistungskosten entscheidend - und diese sind gerade bei Kleinkonsumationen beachtlich.

   
     
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